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Anna Pappritz
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Anna Pappritz (* 9. Mai 1861 in Radach bei Drossen in der Provinz Brandenburg; â 8. Juli 1939 ebendacite-ref-1[1]) war eine deutsche Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Abolitionistin. Sie gilt als eine der fĂŒhrenden Expertinnen der âProstitutionsfrageâ in Kaiserreich und Weimarer Republik und veröffentlichte zahlreiche Schriften zu den Ursachen der Prostitution und der Situation der Prostituierten. Es gelang ihr, den Abolitionismus in Deutschland, insbesondere in der deutschen Frauenbewegung, zu etablieren, der sich gegen Doppelmoral und Bestrafung von Prostituierten richtete. In der 1902 gegrĂŒndeten Deutschen Gesellschaft zur BekĂ€mpfung der Geschlechtskrankheiten, in deren Vorstand sie die einzige Frau war, vertrat sie die abolitionistische Minderheitsposition. Von 1904 bis 1934 war sie zweite bzw. erste Vorsitzende des deutschen Zweigs der Internationalen Abolitionistischen Föderation (IAF). Zu ihren gröĂten politischen Erfolgen gehörte das 1927 verabschiedete Gesetz zur BekĂ€mpfung der Geschlechtskrankheiten, mit dem die Strafbarkeit der Prostitution abgeschafft wurde.
Contents
âą Leben
âą Werke und Denken
âą Werke (Auswahl)
âą Belletristik
âą Tagebuch
âą Literatur
⹠Zeitgenössisch
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Kindheit und Jugend
Ihre Eltern waren Pauline Pappritz, geborene von StĂŒlpnagel, und Richard Pappritz, Besitzer eines Ritterguts in Radach in der Neumark (Provinz Brandenburg). Sie waren wohlhabend und hatten im MĂ€rkischen eine hervorgehobene gesellschaftliche Stellung inne. Anna Pappritz wurde 1861 auf dem Rittergut als fĂŒnftes Kind und drittes MĂ€dchen geboren. Als sie zur Welt kam, waren ihre beiden Ă€lteren Schwestern bereits gestorben. Daher wuchs sie mit ihren drei BrĂŒdern als einziges MĂ€dchen auf dem Land auf. Die engste Beziehung entwickelte sie zu ihrem sechs Jahre jĂŒngeren Bruder Richard. Anna Pappritz hat ihre Kindheit und Jugend spĂ€ter als isoliert und erdrĂŒckend und ohne intellektuelle Anregungen beschrieben. Sie erhielt Privatunterricht von Erzieherinnen und dem örtlichen Geistlichen. Im Gegensatz zu ihren BrĂŒdern, die die Klosterschule in RoĂleben besuchten und danach universitĂ€re und militĂ€rische Ausbildungen genossen, blieb ihr eine weiterfĂŒhrende Ausbildung verwehrt; auch Kontakt zu Altersgenossinnen hatte sie wenig.cite-ref-wolff-13-2-0[2] Mit 19 Jahren hatte sie einen Reitunfall und musste wegen schwerer innerer Verletzungen in einer Frauenklinik in Berlin operiert werden. An den SpĂ€tfolgen des Unfalls (unter anderem chronische Nervenschmerzen) litt sie ein Leben lang.cite-ref-3[3]
1877 starb der Vater mit 55 Jahren ĂŒberraschend an einer LungenentzĂŒndung. Die Mutter fĂŒhrte das Gut Radach in den nĂ€chsten sieben Jahren, bis 1884 der Ă€lteste Sohn Curt von Pappritz es ĂŒbernahm und bald nobilitiert wurde. Pauline Pappritz zog daraufhin mit ihrer damals 23-jĂ€hrigen Tochter und dem jĂŒngsten Sohn Richard nach Berlin.cite-ref-wolff-13-2-1[2]
Leben als Schriftstellerin in Berlin
Ăber Anna Pappritzâ erste Jahre in Berlin ist nur wenig bekannt. Ihr Bruder Richard besuchte ein Gymnasium und berichtete spĂ€ter begeistert vom Besuch von Theatervorstellungen. Bis zum Abschluss seines Studiums 1892 lebte er fast ununterbrochen mit seiner Mutter und Schwester in Berlin zusammen. Danach wohnten Anna und Pauline Pappritz allein in der Berliner Wohnung. 1893 veröffentlichte Anna Pappritz einen Novellenband (Aus den Bergen Tirols). Die Novellen behandeln zwischenmenschliche Themen in der Welt des ostpreuĂischen Landadels und von Offiziersfamilien. Sie spielen in Berlin und in Tirol, dessen Bergwelt Pappritz genau beschreibt. Ihre Biografin Kerstin Wolff attestierte ihrem Erstlingswerk, dass es flĂŒssig und leicht zu lesen sei, aber die Figuren heute kĂŒnstlich und stereotyp wirkten. Die Literaturwissenschaftlerin Alexandra Ivanova hat bereits in diesen frĂŒhen Veröffentlichungen Spuren der spĂ€teren frauenpolitischen Standpunkte gefunden.cite-ref-wolff-29-4-0[4]
Ein Jahr spĂ€ter veröffentlichte Pappritz den Roman Vorurteile â ein Roman aus dem MĂ€rkischen Gesellschaftsleben, in dem sie sich mit dem Weltbild ihrer groĂbĂŒrgerlichen Herkunftsschicht auseinandersetzte und die Konstellation ihrer Familie weitgehend widerspiegelte. Die Nebenfigur Hertha, die auf Pappritz selbst basiert, hat aufgrund einer Behinderung starke SchuldgefĂŒhle gegenĂŒber ihrer Mutter und verzweifelt an einer rigiden, formelhaften Auslegung des Christentums, wie sie auch Pappritz in ihrer Jugend beigebracht wurde. Anders als Pappritz hinterfragt sie ihre Sozialisation jedoch nicht und begeht schlieĂlich Suizid. Der Roman, so Kerstin Wolff, âzeigt die Vormachtstellung des mĂ€nnlichen Lebensweges, der auf weiblicher Ohnmacht basiert.âcite-ref-wolff-37-5-0[5] In ihren Memoiren beschrieb Pappritz ihn spĂ€ter als âBeichteâ und berichtete, dass die Veröffentlichung zu einer âjahrelangen Entfremdungâ von ihrer Familie fĂŒhrte.cite-ref-6[6]
Kontakt zur Frauenbewegung
1895 reiste Anna Pappritz aus gesundheitlichen GrĂŒnden zum ersten Mal nach England. Sie logierte in einem Londoner Frauenclub, besichtigte Frauenbildungseinrichtungen und knĂŒpfte Kontakte, durch die sie die Frauenbewegung kennenlernte. In einem 1908 verfassten Lebensbericht schreibt sie, dass sie hier zum ersten Mal von der Existenz der Prostitution und deren staatlicher Reglementierung erfahren habe. In ihren Romanen hatte sie ĂŒber uneheliche SexualitĂ€t und auĂereheliche VerhĂ€ltnisse geschrieben, doch von Prostitution im Sinne von gekauftem Geschlechtsverkehr hatte sie â zumindest nach eigenen Aussagen â noch nicht gehört.cite-ref-wolff-48-7-0[7]
Nach ihrer RĂŒckkehr suchte sie den Kontakt zur deutschen Frauenbewegung, las die Werke der Frauenrechtlerin Helene Lange, besuchte VortrĂ€ge am Victoria-Lyceum und abonnierte die von Minna Cauer herausgegebene Zeitschrift Die Frauenbewegung. Sie besuchte die Treffen von drei unterschiedlich ausgerichteten Vereinen der Frauenbewegung: den Berliner Frauenverein von Helene Lange, den Verein Frauenwohl unter Minna Cauer und den Verein Jugendschutz von Hanna Bieber-Böhm.cite-ref-wolff-61-8-0[8] Pappritz bot ihre Mitarbeit an, was Minna Cauer annahm. Daraufhin betreute Pappritz â vermutlich bis 1899 â die neu gegrĂŒndete Bibliothek zur Frauenfrage, die alle neuen, aber auch Ă€ltere Werke zur Frauenfrage sammelte. Durch das PrĂŒfen und Lesen der Werke in der Frauenbibliothek entwickelte Pappritz ein fundiertes Wissen ĂŒber die praktischen und theoretischen Fragen der deutschen Frauenbewegung.cite-ref-wolff-77-9-0[9] 1896 veröffentlichte sie in der Frauenbewegung ihren ersten frauenpolitischen Artikel (âWas HĂ€nschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehrâ), in dem sich ihre EnttĂ€uschung, keine fundierte Schulbildung erhalten zu haben, niederschlug.cite-ref-10[10]cite-ref-wolff-80-11-0[11]
Anna Pappritzâ Beitrag zur Etablierung des Abolitionismus im Deutschen Reich
Anna Pappritzâ besonderes Interesse galt der Reglementierung der Prostitution. 1894 hatte Hanna Bieber-Böhm erreicht, dass sich die Frauenbewegung des Themas annahm, als eine von ihr eingebrachte Sittlichkeits-Petition vom Bund Deutscher Frauenvereine (BDF) verabschiedet worden war. Bieber-Böhm war damit die anerkannte Expertin, die die offizielle Politik des Bundes Deutscher Frauenvereine in Bezug auf die Prostitution definierte. Sie setzte auf ein Programm aus Propaganda (AufklĂ€rung), Prophylaxe und Bestrafung der Prostituierten. Pappritz hatte sich 1896 zunĂ€chst Bieber-Böhm angeschlossen. Bieber-Böhms propagierte Lösung des Prostitutionsproblems ĂŒberzeugte sie jedoch nicht. 1898 berichtete Minna Cauer in der Frauenbewegung vom Kongress der Internationalen Abolitionistischen Föderation (IAF) in London. Durch diesen Bericht hörte Pappritz erstmals von der abolitionistischen Bewegung und deren GrĂŒnderin Josephine Butler. Deren politische Ideen fanden bei ihr sofort groĂen Anklang. Sie begann, sich mit den GrundsĂ€tzen dieser Organisation, die sich fĂŒr eine Abschaffung der staatlich reglementierten Prostitution einsetzte, zu beschĂ€ftigen.cite-ref-wolff-9099-12-0[12]
Noch im gleichen Jahr veröffentlichte Pappritz einen ersten Artikel, in dem sie ihre neuen abolitionistischen Ăberzeugungen darlegte und Bieber-Böhms Positionen scharf angriff. Bieber-Böhm und dem BDF warf sie vor, die Doppelmoral der Gesellschaft zu unterstĂŒtzen. Der Artikel empörte viele Frauen des BDF. Der Colmarer Pfarrer Hoffet schlug Pappritz jedoch aufgrund des Artikels vor, eine abolitionistische Organisation im Deutschen Reich aufzubauen. Pappritz wich diesem Vorschlag zunĂ€chst aus und versuchte stattdessen, den von Minna Cauer geleiteten Berliner Verein Frauenwohl fĂŒr dieses Arbeitsgebiet zu gewinnen. Dieser hatte bis dahin inhaltlich eng mit Bieber-Böhms Verein Jugendschutz kooperiert. Auch Cauer begann sich nach der Londoner IAF-Tagung im Hinblick auf Sittlichkeit und Prostitution umzuorientieren. Bei der Generalversammlung des Vereins Frauenwohl, bei der Bieber-Böhm als Vorstandsmitglied zur Wiederwahl kandidierte, kam es zu einer Kampfabstimmung. Statt Bieber-Böhm wurde Anita Augspurg, die fĂŒr die abolitionistische Richtung stand, gewĂ€hlt â auch mit Anna Pappritzâ Stimme. Die âWahlschlachtâ fĂŒhrte zu bitteren Feindschaften und kostete den Verein die HĂ€lfte seiner Mitglieder. Auch Bieber-Böhm verlieĂ den Verein. Pappritzâ Wunsch, dass der Verein eine Sittlichkeitskommission einsetzen sollte, lehnte Cauer allerdings ab. Stattdessen ermunterte Cauer Pappritz, einen abolitionistischen Verein zu grĂŒnden. Als Pappritz noch zögerte, ergriff die Hamburgerin Lida Gustava Heymann die Initiative und grĂŒndete in Hamburg den ersten deutschen Sittlichkeitsverein, der den Abolitionismus vertrat. Pappritzâ und Heymanns abolitionistische Vorstellungen waren aber nicht deckungsgleich, so dass Pappritz nun ebenfalls in Berlin einen abolitionistischen Sittlichkeitsverein grĂŒndete, wobei Cauer sie zu Beginn unterstĂŒtzte.cite-ref-wolff-100-13-0[13]
Mit der GrĂŒndung und Leitung des Vereins wurde die Frauenbewegung immer mehr zu Anna Pappritzâ Lebensinhalt; in ihren Memoiren bezeichnet sie den âKampf um eine Höherentwicklung der sexuellen Moral, um die Befreiung meines Geschlechtes aus der schrecklichen, sexuellen Hörigkeitâ als ihre Lebensaufgabe.cite-ref-14[14] Sie eignete sich zunehmend Wissen besonders in Fragen der Sittlichkeit und Sexualhygiene an, das sie in Publikationen in fast allen Zeitschriften der bĂŒrgerlichen Frauenbewegung, in Fachzeitschriften und in der allgemeinen Presse weiterzuvermitteln suchte. Ferner unternahm sie insbesondere zwischen 1900 und 1912 unzĂ€hlige Vortragsreisen und wurde so zu einer der bekanntesten Expertinnen fĂŒr den Themenkomplex âSittlichkeitâ. Dieser Begriff bezog sich in dieser Zeit insbesondere auf Prostitution und die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten. Der organisatorische Aufbau der Sittlichkeitsbewegung, wozu Pappritz mit ihren Vortragsreisen beitrug, war mĂŒhsam, da kaum jemand bereit war, sich öffentlich zu den abolitionistischen Ideen zu bekennen.cite-ref-wolff-107-15-0[15]
Der Verband Fortschrittlicher Frauenvereine (VFF) nahm bereits 1899 nach einem Vortrag von Pappritz eine Resolution an, die sich gegen die Reglementierung der Prostitution richtete. Der BDF dagegen hielt an den Positionen von Hanna Bieber-Böhm fest. 1899 reiste Pappritz zur internationalen IAF-Konferenz in Genf und lernte dort Josephine Butler und andere abolitionistische FĂŒhrerinnen und FĂŒhrer kennen. Anders als Lida Gustava Heymann wollte Pappritz nicht nur agitatorisch wirken, sondern auch praktische Hilfe leisten. Entsprechend versuchte der Berliner Sittlichkeitsverein, nach Geschlecht getrennte âHygienekurseâ fĂŒr Jugendliche anzubieten, was vom Magistrat untersagt wurde. Die unterschiedlichen Strategien von Heymann, die auf Skandalisierung setzte, und Pappritz, die auch karitativ wirken wollte, fĂŒhrten zu einer Konkurrenzsituation, die schlieĂlich zum Bruch fĂŒhrte.cite-ref-wolff-107-15-1[15]
Pappritz entwickelte sich schlieĂlich vom radikalen FlĂŒgel der deutschen Frauenbewegung, der vom VFF reprĂ€sentiert wurde, weg, auch weil der VFF die abolitionistische Arbeit nur wenig unterstĂŒtzte. Der abolitionistische Berliner Sittlichkeitsverein trat 1900 dem Bund Deutscher Frauenvereine bei. Dieser Schritt und Pappritzâ UnterstĂŒtzung von Marie Stritt als Vorsitzender des BDF fĂŒhrte schlieĂlich zum ZerwĂŒrfnis mit Minna Cauer. 1902 wurde Pappritz in den Vorstand des BDF gewĂ€hlt. In den folgenden Jahren gelang es Pappritz, gemeinsam mit der Dresdnerin Katharina Scheven, eine abolitionistische Ausrichtung in der Sittlichkeitskommission des BDF zu verankern und die Positionen Hanna Bieber-Böhms damit zu ĂŒberstimmen. Katharina Scheven ĂŒbernahm den Vorsitz. FĂŒr Pappritz selbst bedeuteten diese Entwicklungen, dass daran viele fĂŒr sie bis dahin zentrale Freundschaften â darunter zu Cauer, Augspurg und Heymann â zerbrachen.cite-ref-wolff-112-16-0[16]
1902 wurde von Medizinern und Fachleuten der Sozialhygiene die Deutsche Gesellschaft zur BekĂ€mpfung der Geschlechtskrankheiten (DGBG) gegrĂŒndet. Anna Pappritz wurde auf Druck der Sittlichkeitsvereine als einzige Frau in den Vorstand der neuen Gesellschaft gewĂ€hlt. Abolitionistische Vorstellungen wurden in der Gesellschaft nur von einer Minderheit vertreten.cite-ref-wolff-133-17-0[17] Pappritz tauschte sich mit Ărzten und Sozialpolitikern brieflich und bei Fachkongressen aus. So fand sie in Marie Kaufmann-Wolf eine weitere Mitstreiterin.cite-ref-18[18] Pappritz wurde durch die Arbeit fĂŒr die DGBG auch auĂerhalb der bĂŒrgerlichen Frauenbewegung bekannt.cite-ref-wolff-208-19-0[19]
1904 fand der internationale IAF-Kongress in Dresden statt, bei dessen DurchfĂŒhrung Pappritz mitwirkte. Der Kongress fĂŒhrte zum Zusammenschluss der bestehenden abolitionistischen Ortsvereine zum deutschen Zweig der IAF. Der offizielle Sitz des nationalen Dachverbands war Bremen, dessen Vereinsrecht vergleichsweise liberal war. Katharina Scheven aus Dresden ĂŒbernahm den Vorsitz des Dachverbands; Anna Pappritz wurde stellvertretende Vorsitzende. Anders als andere nationale DachverbĂ€nde des IAF wurde der deutsche Dachverband von einem rein weiblichen Vorstand gefĂŒhrt. Bereits ab 1902 hatte der Dresdner Zweigverein die Zeitschrift Der Abolitionist herausgegeben, die ab 1904 zum Organ des Dachverbandes wurde.cite-ref-wolff-107-15-2[15]cite-ref-wolff-123-20-0[20]
Leben als Abolitionistin bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
Privat fĂŒhrte Anna Pappritz ein nicht untypisches Leben fĂŒr eine Berliner Frauenrechtlerin: Sie lernte Fahrrad fahren, reiste mit Freundinnen zu groĂen internationalen Kongressen und veröffentlichte zahlreiche abolitionistische Artikel und Monografien. Wohl um 1899 lernte sie ihre spĂ€tere LebensgefĂ€hrtin Margarete Friedenthal kennen, die auch in der Berliner Frauenbewegung aktiv und wie Pappritz Mitglied im Verein Frauenwohl war.cite-ref-21[21] Ab ca. 1900 waren die beiden ein Paar; die Lebensgemeinschaft sollte bis zu Pappritzâ Tod im Jahr 1939 wĂ€hren.cite-ref-22[22] Finanziell war Pappritz gut situiert, wenn auch nicht reich, wobei ihre Einkommensquellen nicht genau bekannt sind. Ihre Biografin Kerstin Wolff hĂ€lt eine Erbschaft beim Tod des Vaters oder regelmĂ€Ăige Unterhaltszahlungen ihres Ă€ltesten Bruders fĂŒr möglich.cite-ref-wolff-194-23-0[23]cite-ref-24[24]
Zu Pappritzâ Freundeskreis gehörten nach dem ZerwĂŒrfnis mit dem radikalen FlĂŒgel der Frauenbewegung die gemĂ€Ăigten Frauenrechtlerinnen Helene Lange, Gertrud BĂ€umer, KĂ€the Schirmacher (bis zu deren Hinwendung zum Nationalismus), Dorothee von Velsen und Marie-Elisabeth LĂŒders. Die Beziehung zu ihrer Mutter und ihren BrĂŒdern normalisierte sich wieder. 1910 zog sie, die bis dahin mit ihrer Mutter zusammengelebt hatte, schlieĂlich in eine eigene Wohnung.cite-ref-wolff-181-25-0[25] Ihre Mutter starb ein Jahr darauf. Anna Pappritzâ Wohnung in Berlin-Steglitz wurde dann der StĂŒtzpunkt ihrer Familie bei Berlinbesuchen, die teils wochenlang dauerten.cite-ref-wolff-204-26-0[26]
Ab 1904 waren Anna Pappritz und Katharina Scheven die fĂŒhrenden Abolitionistinnen im Deutschen Reich. Auch die Sexualethik war zu dieser Zeit ein wichtiges Thema fĂŒr Pappritz. Hier vertrat sie deutlich konservativere Auffassungen als die Vorsitzende des 1905 gegrĂŒndeten Bundes fĂŒr Mutterschutz, Helene Stöcker, die fĂŒr die freie Liebe eintrat. Pappritz lehnte dieselbe nicht nur aufgrund ihres eigenen Moralempfindens ab, sondern auch, weil sie vermutete, dass sich die Folgen einer freien SexualitĂ€t ausschlieĂlich zu Lasten von Frauen auswirken wĂŒrden. Wie weite Teile der bĂŒrgerlichen Frauenbewegung befĂŒrchtete sie, dass in einer nichtehelichen Partnerschaft sich MĂ€nner zunehmend ihren Verpflichtungen gegenĂŒber Frauen und gemeinsamen nichtehelichen Kindern entziehen wĂŒrden. Praktische Auswirkung dieser BefĂŒrchtung war, dass sie in ihren öffentlichen ĂuĂerungen stets die Ehe als gesellschaftliches Leitbild hochhielt.cite-ref-wolff-219-27-0[27]
Mit Katharina Scheven unternahm Anna Pappritz im Winter 1912/13 eine Reise nach Indien. Die Initiative war von Scheven ausgegangen, die Pappritz im Sommer 1912 fragte, ob sie sie begleiten möge.cite-ref-28[28] In insgesamt vier Monaten reisten die beiden Frauen von Triest aus zunĂ€chst nach Ceylon, wo sie zehn Tage verbrachten, und setzten dann nach Indien ĂŒber, wo sie in einem Zeitraum von acht Wochen u. a. ĂŒber Madura, Madras, Kalkutta, Darjeeling und Agra nach Bombay reisten. Dort trafen sie mit dem Arzt Temulji Bhicaji Nariman zusammen, der sich einen Namen in der Reform der Geburtshilfe gemacht hatte. Ansonsten war die Reise eher touristischer Natur gewesen.cite-ref-29[29] Nach ihrer RĂŒckkehr verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand, der stets labil gewesen war, auf mehrere Jahre hin so radikal, dass sie ihr Arbeits- und insbesondere ihr Reisepensum stark zurĂŒckschrauben musste. Woran Anna Pappritz gelitten hatte, ist nicht mehr eindeutig zu klĂ€ren. Sie war auf der Reise zweimal an Denguefieber erkrankt; wahrscheinlich ist aber auch, dass die Krankheit der Jahre 1913â17 im Zusammenhang mit den stĂ€ndigen Beschwerden seit dem Krankenhausaufenthalt um 1880 stand.cite-ref-30[30]
Infolge ihrer Krankheit verbrachte Anna Pappritz, die dem Krieg nicht kritisch gegenĂŒberstand, die ersten Kriegsjahre zurĂŒckgezogen in ihrer Wohnung in Steglitz. 1916/17 verbesserte sich ihr gesundheitlicher Zustand; dafĂŒr verschlechterte sich ihre Lebenssituation. Sie litt unter Kohlenmangel und Lebensmittelknappheit, wurde aber in dieser Zeit von ihrer Familie durch Lieferungen unterstĂŒtzt.cite-ref-wolff-261-31-0[31]
Weimarer Republik
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs hatte Anna Pappritz ihr Vermögen verloren. Sie vermietete ab 1919 ein Zimmer in ihrer Wohnung an die preuĂische Landtagsabgeordnete Martha Dönhoff.cite-ref-wolff-295-32-0[32] Mit ĂŒber 60 Jahren musste sie erstmals einer Erwerbsarbeit nachgehen. Ab 1922 arbeitete sie als Aufseherin in einer Druckerei. Sie setzte sich weiterhin fĂŒr den Abolitionismus ein.cite-ref-wolff-281-33-0[33]
1919 gab Anna Pappritz im renommierten Verlag Johann Ambrosius Barth das Buch EinfĂŒhrung in das Studium der Prostitutionsfrage heraus, zu dem neben Pappritz zwölf Autorinnen und Autoren beigetragen hatten. Mit diesem Werk war Pappritz als die Prostitutionsexpertin der Weimarer Republik etabliert.cite-ref-wolff-311-34-0[34] Zwischenzeitlich hatte sich das politische Umfeld geĂ€ndert. Mit der Weimarer Reichsverfassung hatten nun auch Frauen politische Rechte erhalten. Das ermöglichte auch Frauen, die in der Prostitution arbeiteten, zum ersten Mal, sich selbst zu organisieren (auch wenn die ersten Versuche nicht lange Bestand hatten). Damit waren die unter polizeilicher Reglementierung stehenden Prostituierten dem Ziel, gleichberechtigte StaatsbĂŒrgerinnen zu werden, einen Schritt nĂ€hergekommen.cite-ref-wolff-302-35-0[35]
Eine weitere VerĂ€nderung ergab sich in PappritzâČ direktem Arbeitsumfeld: 1922 starb Katharina Scheven nach einem kurzen, schweren Nierenleiden. In einem Nachruf wĂŒrdigte Pappritz die gute persönliche Beziehung und Arbeitskameradschaft, die sie mit der langjĂ€hrigen Mitstreiterin und Freundin verbunden hatte.cite-ref-36[36] Fortan ĂŒbernahm sie selbst den Vorsitz des deutschen Zweigs der IAF.cite-ref-wolff-302-35-1[35]
Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die DGBG ihre Arbeit an einem Gesetz zur BekĂ€mpfung der Geschlechtskrankheiten wieder auf. Pappritzâ verbesserter Gesundheitszustand erlaubte ihr wieder, in der SachverstĂ€ndigen-Kommission der DGBG persönlich mitzuarbeiten. Die Kommission hatte sich nach Jahren des Widerstrebens dazu durchgerungen, die Abschaffung der Reglementierung der Prostitution zu befĂŒrworten und sich so abolitionistischen Positionen angenĂ€hert. Die DGBG-Kommission sandte der Regierung und dem bevölkerungspolitischen Ausschuss schlieĂlich GesetzesvorschlĂ€ge zu, in denen nicht mehr nach Geschlecht unterschieden wurde. 1923 schien der Erfolg zum Greifen nah, als der Reichstag ein Gesetz, das sich eng an die VorschlĂ€ge der DGBG-Kommission anlehnte, annahm. Doch der Reichsrat kippte das Gesetz auf Betreiben der SPD aufgrund der âKurpfuscherregelungâ, die die Behandlung von Geschlechtskrankheiten nur noch approbierten Ărzten und Ărztinnen erlaubt hĂ€tte. In den folgenden Jahren verlor die abolitionistische Bewegung an Zuspruch, da die AnhĂ€ngerinnen und AnhĂ€nger die notwendigen Kompromisse frustrierten. Anna Pappritz bemĂŒhte sich jedoch weiter und veranlasste, dass 1925 AntrĂ€ge an den Reichstag ergingen, die Gesetzesinitiative wieder aufzunehmen.cite-ref-wolff-313-37-0[37]
Es dauerte noch bis 1927, bis das Gesetz zur BekĂ€mpfung der Geschlechtskrankheiten verabschiedet und die Reglementierung der Prostitution formal-rechtlich abgeschafft wurde. Damit schien das Hauptziel der abolitionistischen Bestrebungen in Deutschland erreicht. Paragraph 3 des Gesetzes schaffte die Sittenpolizei und das Reglementierungssystem ab. Stattdessen wurde eine Gesundheitsbehörde eingefĂŒhrt. Die Paragraphen 16 und 17 regelten die prinzipielle Straffreiheit der Prostitution, verboten Bordelle und regelte den âKuppeleiparagraphenâ neu, womit die Wohnungssituation von Prostituierten verbessert werden sollte. Zur Verabschiedung des Gesetzes hatte auch die Lobbyarbeit des Bundes Deutscher Frauenvereine maĂgeblich beigetragen.cite-ref-wolff-313-37-1[37]
Die neue Rechtsnorm fĂŒhrte in der Praxis aufgrund uneindeutiger Formulierungen, die den ausfĂŒhrenden LĂ€ndern einen groĂen Entscheidungsspielraum gaben, jedoch bald zu Problemen. So lag es weiterhin im Ermessen der Polizei, wann ein Verhalten âSitte und Anstandâ verletzte. Insbesondere Bayern unterlief das Gesetz, indem das bayerische Innenministerium der Polizeidirektion die Aufgaben der Gesundheitsbehörde ĂŒbertrug und damit die wesentliche Neuerung des Gesetzes, die Trennung von Polizei und Gesundheitsbehörde, negierte.cite-ref-wolff-313-37-2[37]
1931 wurde Anna Pappritz 70 Jahre alt. Zu diesem Anlass wurde sie von Freundinnen und Arbeitskollegen geehrt und gefeiert. Auch die Zeitungen wĂŒrdigten ihr Engagement und bezeichneten sie als âsozialpolitische FrauenfĂŒhrerinâ. Ihr jahrzehntelanges Engagement wurde auch von Vertreterinnen und Vertretern des Staates gewĂŒrdigt. Zu ihrem Geburtstag wurde eine wissenschaftliche Konferenz organisiert, die sich mit den VerĂ€nderungen nach Inkrafttreten der neuen Regelungen zur Prostitution beschĂ€ftigte.cite-ref-wolff-281-33-1[33]cite-ref-38[38]
Die Zeit des Nationalsozialismus
Die neuen rechtlichen Bestimmungen waren nicht von Dauer: Kurz nach 1933 fĂŒhrten die Nationalsozialisten die Reglementierung der Prostitution wieder ein und genehmigten spĂ€ter auch wieder Bordelle, deren Abschaffung die Abolitionistinnen und Abolitionisten stets gefordert hatten.cite-ref-39[39]
Anna Pappritz stand zeitlebens den Liberalen nahe. Die Mehrzahl ihrer Mitstreiterinnen und Mitstreiter rekrutierte sich aus dem liberalen Spektrum; ihre LebensgefĂ€hrtin Margarete Friedenthal war Stadtverordnete fĂŒr die DDP. Bis 1933 vermietete Pappritz ein Zimmer an die DDP-Landtagsabgeordnete Martha Dönhoff. Belege fĂŒr einen Wechsel der Weltanschauung finden sich nicht: In Pappritzâ Nachlass befinden sich mehrere an sie adressierte Briefe aus der Nazizeit, die das Regime kritisch behandeln. Ebenso findet sich dort zwar auch ein Entwurf eines Briefs an die Leiterin der NS-Frauenschaft, Gertrud Scholtz-Klink, in dem die mittlerweile 75-jĂ€hrige Pappritz versucht, jener ein positives Bild der Frauenbewegung der Weimarer Republik zu vermitteln, und sich dabei scharf vom pazifistischen FlĂŒgel der Frauenbewegung um Lida Gustava Heymann abgrenzt.cite-ref-40[40] Die Gesamtheit der Privatkorrespondenz belegt jedoch eindeutig, dass Pappritz den Nationalsozialismus ablehnte und unter der Zensur und den Repressionen gegenĂŒber ihren jĂŒdischen Freundinnen und Mitstreiterinnen litt. Allerdings kann man davon ausgehen, dass sie seinen Charakter wie viele Frauen der bĂŒrgerlichen Frauenbewegung massiv unterschĂ€tzte.cite-ref-41[41] Eigene Möglichkeiten zur Einflussnahme wurden hingegen, zumindest in der Anfangszeit, stark ĂŒberschĂ€tzt.
Wie viele Frauen der bĂŒrgerlichen Frauenbewegung sah Anna Pappritz sich nach 1933 mit der Frage konfrontiert, wie mit der neuen Machtkonstellation umzugehen sei. Obwohl die bĂŒrgerliche Frauenbewegung in weiten Teilen dem liberalen Spektrum zuneigte, verstand man sich als Vertretung aller Frauen und damit als (partei-)politisch neutral. Vor diesem Hintergrund versuchten groĂe Teile der Frauenbewegung, ihre Arbeit zumindest in AnsĂ€tzen auch unter dem nationalsozialistischen Regime fortfĂŒhren zu können. Insbesondere die ersten Jahre sind dabei noch von Versuchen gekennzeichnet, Kompromisse mit den neuen Machthabern zu finden. So existiert ein Artikel von 1933, in dem Pappritz sich mit Hitlers AusfĂŒhrungen zur BekĂ€mpfung der Syphilis in Mein Kampf auseinandersetzt und zu der Interpretation gelangt, âdass Hitler sich dafĂŒr einsetzen werde, eine erneute Reglementierung der Prostitution zu verhindern, und ebenso wie der Abolitionismus vor allem durch Erziehung der jĂŒngeren Generation die Ursachen der Prostitution bekĂ€mpfen wollte und nicht nur das Symptom.âcite-ref-wolff-335-42-0[42] Dabei handelte es sich jedoch um einen Trugschluss, da der Nationalsozialismus auf völlig andere Mittel setzte, wie unter anderem die WiedereinfĂŒhrung von Bordellen zur schĂ€rferen Kontrolle der Prostituierten.
Das erkannte nach einiger Zeit vermutlich auch Anna Pappritz. 1939 kritisierten sie und ihre Mitstreiterinnen Marie-Elisabeth LĂŒders und Dorothee von Velsen die ebenfalls der bĂŒrgerlichen Frauenbewegung angehörende Publizistin und vormalige liberale Reichstagsabgeordnete Gertrud BĂ€umer dafĂŒr, zu viele ZugestĂ€ndnisse an die nationalsozialistische Zensur zu machen, um ihre Zeitschrift Die Frau weiter herausgeben zu können.cite-ref-43[43] Die Zeitschrift Der Abolitionist hatte Ende 1933 ihr Erscheinen bereits eingestellt; im Februar 1934 gab Pappritz â wohl aus gesundheitlichen GrĂŒnden â ihr Amt als Vorsitzende des deutschen Zweigvereins auf. Schon im April des Vorjahres hatte sie resigniert festgestellt: âDer Verein hat aufgehört, eine Kampforganisation zu sein, weil freie MeinungsĂ€usserung in Wort und Schrift verboten ist.âcite-ref-wolff-332-44-0[44]
Gesundheitlich geschwĂ€cht und durch Inflation und Krankheit mittlerweile in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, zog sie, die das Alleinwohnen stets geschĂ€tzt hatte, endgĂŒltig zu ihrer LebensgefĂ€hrtin Margarete Friedenthal, deren anfangs betrĂ€chtliches Vermögen ebenfalls aufgezehrt war. Wie die Briefwechsel in ihrem Nachlass belegen, verfolgte sie die Entwicklungen ihrer Arbeitsgebiete auch weiterhin. Die tatsĂ€chliche WiedereinfĂŒhrung des Bordellwesens am 9. September 1939 erlebte Pappritz jedoch nicht mehr. Sie starb im Juli 1939 nach einer schweren Bronchitis, wĂ€hrend sie mit Margarete Friedenthal den Sommerurlaub in ihrem Heimatort Radach verbrachte, und wurde dort auf dem Familienfriedhof beigesetzt.cite-ref-wolff-357-45-0[45]
Werke und Denken
Anna Pappritz und der Abolitionismus
Ihre Ansichten und VorschlĂ€ge zur Prostitutionsfrage legte Pappritz in mehreren Schriften dar. Hintergrund ihrer politischen Arbeit war die Tatsache, dass der Staat Prostitution polizeilich âreglementierteâ. Diese Reglementierung fuĂte auf der Annahme, dass Prostitution notwendig sei, da regelmĂ€Ăiger Geschlechtsverkehr fĂŒr MĂ€nner medizinisch erforderlich sei. Um die MĂ€nner (und nur diese) jedoch vor Ansteckung durch Geschlechtskrankheiten zu schĂŒtzen, wurden Prostituierte regelmĂ€Ăigen polizeilich-medizinischen Kontrollen unterworfen.cite-ref-46[46] Die Abolitionistinnen und Abolitionisten kritisierten diese Praxis aus mehreren GrĂŒnden. Zum einen wurden unter dem Reglementierungssystem nur Frauen fĂŒr die Verbreitung der damals noch nicht wirksam behandelbaren Geschlechtskrankheiten verantwortlich gemacht und ggf. kriminalisiert; zum anderen war die polizeiliche Reglementierung in der Praxis anfĂ€llig fĂŒr Korruption und Schikane.
Der Abolitionismus forderte eine Abschaffung dieser polizeilichen Reglementierung und befĂŒrwortete stattdessen ein Paket aus sozialen und gesetzlichen MaĂnahmen. Da man die Ursachen der Prostitution auch in schlechten Erwerbsmöglichkeiten fĂŒr Frauen der Arbeiterschicht sowie in beengten WohnverhĂ€ltnissen sah, sollten Verbesserungen im Wohnungswesen und in den Arbeits- und Lebensbedingungen erwerbstĂ€tiger Frauen, ausgeweitete JugendfĂŒrsorge, gĂŒnstige und âedle Volksunterhaltungenâ sowie bessere medizinische Versorgung fĂŒr Ă€rmere Menschen vorbeugend greifen. Auf der repressiven Seite sollte strenger gegen MĂ€dchenhandel und Zwangsprostitution vorgegangen werden; ferner wurde ein Verbot von Bordellen befĂŒrwortet, um die Ausbeutung Prostituierter durch die Betreiber zu verhindern. Des Weiteren sollte nur noch die wissentliche Ansteckung einer anderen Person mit einer Geschlechtskrankheit auf Antrag der Person strafverfolgt werden, anstatt wie bisher schon den Geschlechtsverkehr einer wissentlich infizierten Person als Offizialdelikt zu behandeln.cite-ref-47[47] Seit den 1920er Jahren unterstĂŒtzte Pappritz allerdings auch die Einweisung so genannter âgefĂ€hrdeterâ MĂ€dchen und Frauen in geschlossene Heime, wo sie unter der Aufsicht von FĂŒrsorgerinnen zu ânĂŒtzlicher Arbeitâ angehalten werden sollten. Der Abolitionismus grenzte sich damit zwar von der Verbotspolitik Hanna Bieber-Böhms ab, war aber selbst nicht frei von repressiven MaĂnahmen bis hin zur BefĂŒrwortung von Freiheitsentzug fĂŒr deviantes Verhalten.cite-ref-wolff-339-48-0[48]
Anna Pappritzâ Bild von Prostituierten
Die in weiten Teilen der zeitgenössischen Publizistik vertretene Auffassung, es gebe âgeboreneâ Prostituierte, lehnte Anna Pappritz ab. Im Einklang mit dem zeitgenössischen populĂ€rwissenschaftlichen Diskurs vertrat sie zwar sehr wohl die Ansicht, dass es vererbbare âbelastendeâ Faktoren gĂ€be; die Hauptursache machte sie jedoch in sozialem Elend und materieller Not aus, sowie in einem Lohnniveau, das einer Arbeiterin oder weiblichen kaufmĂ€nnischen Angestellten selbst bei Vollzeitarbeit selten die Deckung ihres Existenzminimums erlaubte. Hinzu kam die Doppelmoral einer Gesellschaft, die auĂereheliche SexualitĂ€t beim Mann akzeptiere, bei der Frau jedoch zum Anlass fĂŒr dauerhafte gesellschaftliche Ăchtung nahm.cite-ref-49[49]
Aussagen von Prostituierten selbst finden sich bei Pappritz nur in einer einzigen ihrer zahlreichen Schriften;cite-ref-50[50] ansonsten werden die Betroffenen ausschlieĂlich passiv dargestellt. Die Abolitionistinnen und Abolitionisten sahen sich als FĂŒrsprecher der Prostituierten, nicht als deren Mitstreiter. âDie Idee, dass eine Prostituierte eventuell nicht gerettet werden wollte, ist in abolitionistischen Kreisen wohl kaum diskutiert worden,â so die Biografin Kerstin Wolff.cite-ref-wolff-304-51-0[51] Dass Frauen keine einheitliche Gruppe sind und Interessenlagen zwischen Frauen auch je nach sozioökonomischer Lage unterschiedlich sein konnten, nahm Pappritz nicht zur Kenntnis. Diese Einstellung teilte sie mit vielen bĂŒrgerlichen Frauenrechtlerinnen. Tief im bĂŒrgerlich-meritokratischen Denken verwurzelt, begriff man sich als eine weibliche Elite, die sich sowohl fĂŒr Frauen der eigenen als auch der anderen Schichten einsetzte, dabei aber auch hĂ€ufig beanspruchte, deren Interessen zu kennen und fĂŒr sie sprechen zu können. Vor diesem Hintergrund war es fĂŒr Pappritz offenbar auch kein Widerspruch, die Einweisung ehemaliger Prostituierter und âgefĂ€hrdeterâ minderjĂ€hriger MĂ€dchen in geschlossene Erziehungsanstalten zu befĂŒrworten. Pappritz-Biografin Wolff hierzu:
âDie âSozialdisziplinierungâ ist grundsĂ€tzlich in den Ideen des Abolitionismus und in seinem Verhalten gegenĂŒber Prostituierten angelegt, da seine Mitglieder eben nicht mit Prostituierten sprachen und mit ihnen auch nicht gemeinsam politische Forderungen entwickelten, sondern ĂŒber sie redeten. Dies formulierten Prostituierte zu Beginn der 1920er-Jahre selbst. WĂ€re es zu einem gemeinsamen GesprĂ€ch gekommen, hĂ€tten die Abolitionistinnen und Abolitionisten eine interessante Entdeckung gemacht: Auch die Prostituierten sprachen und sprechen nicht mit einer Stimme, auch hier gab und gibt es unterschiedliche Vorstellungen und WĂŒnsche [...]âcite-ref-wolff-351-52-0[52]
VorwĂŒrfe des Antisemitismus
In der Literatur wurde Anna Pappritz bisweilen Antisemitismus vorgeworfen.cite-ref-53[53]cite-ref-54[54] Die Kritik stĂŒtzte sich hauptsĂ€chlich auf zwei Publikationen: In Der MĂ€dchenhandel und seine BekĂ€mpfung (1924) zitiert sie Beispiele fĂŒr verurteilte MĂ€dchenhĂ€ndler, von denen auffallend viele jĂŒdische Namen tragen. Ob Pappritzâ Darstellung die ZahlenverhĂ€ltnisse der ihr zugĂ€nglichen Statistiken realistisch wiedergibt, kann mangels Evidenz nicht rekonstruiert werden. In einer anderen Publikation, EinfĂŒhrung in das Studium der Prostitutionsfrage (1919), findet sich eine Stelle, in der Pappritz den MĂ€dchenhandel in Russland unter Berufung auf russische Quellen als âfest in der Hand polnischer Judenâ beschreibt. Ferner erwĂ€hnt sie dort in einer Fallstudie zu einer Prostituierten gleich im ersten Absatz deren jĂŒdische Religionszugehörigkeit und hebt spĂ€ter darauf ab, dass die Frau auch âjĂŒdische Kundschaftâ hatte. Die Biografin Wolff weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass Pappritz in derselben Schrift noch mehrere andere Fallstudien vorstellt, in denen auch christliche Konfessionszugehörigkeiten erwĂ€hnt werden, wobei sich die ErzĂ€hlungen ansonsten durchaus Ă€hneln. Man könne die Hervorhebung der jeweiligen Religionszugehörigkeit auch so lesen, dass Pappritz betonen wolle, wie unterschiedslos der Weg in die Prostitution in verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen verlaufen konnte. Auf der Grundlage dieser beiden isolierten Textpassagen einen Antisemitismusvorwurf zu erheben, greife zu kurz. Was die beiden Schriften in ihrem Gesamtkontext jedoch sehr wohl zeigten, sei Pappritzâ Anspruch, fĂŒr Frauen anderer gesellschaftlicher Gruppen und Schichten sprechen und entscheiden zu können: âSie spricht selbstverstĂ€ndlich in Namen aller Frauen und scheut sich auch nicht, andere Menschen aufgrund ihres Verhaltens zu pathologisieren.âcite-ref-wolff-336-55-0[55]
An anderer Stelle sprach Pappritz sich gegen die rechtliche Schlechterstellung von Juden aus.cite-ref-56[56] Als 1933 die jĂŒdischen bzw. nicht âarischenâ Mitglieder des Vorstands des Berliner Zweigvereins zurĂŒcktraten, da ansonsten die öffentliche Finanzierung eingestellt worden wĂ€re, wollte Pappritz selbst den Vorsitz niederlegen und blieb nur auf nachhaltiges DrĂ€ngen der jĂŒdischen/nicht âarischenâ Mitstreiterinnen im Amt.cite-ref-57[57]cite-ref-wolff-331-58-0[58]
Wirkungsgeschichte
In ihrem Nachruf in Die Frau beschrieb ihre langjĂ€hrige Freundin Gertrud BĂ€umer Pappritz â mit Bezug auf ihre langjĂ€hrige Krankheitsgeschichte â als âhumorvollen, geistig lebendigen, menschlich teilnehmenden Patienten, an dessen Lager eine durch den ihr eigenen trockenen Witz angeregte Heiterkeit immer die durchschlagende Stimmung bliebâ.cite-ref-wolff-357-45-1[45] Die Pappritz-Biografin Kerstin Wolff vermerkte, dass mit dem Tod ihrer zentralen Figur die Geschichte des Abolitionismus in Deutschland endete. Erst Ende der 1960er Jahre begann die neue Welle der Frauenbewegung wieder damit, sich mit der Frage der Prostitution zu befassen.cite-ref-wolff-359-59-0[59]
Ihre engen Mitarbeiterinnen wĂŒrdigten noch Jahrzehnte spĂ€ter die Bedeutung, die Pappritz fĂŒr sie gehabt hatte. So schrieb die langjĂ€hrige Bundestagsabgeordnete Marie-Elisabeth LĂŒders 1963 in ihrer Autobiografie, dass ihre eigene Position zu Sittlichkeitsfragen unter dem geistigen Einfluss und unter dem Eindruck von Anna Pappritzâ moralischem Mut gestanden hĂ€tte. Sie habe ihr âalles zu verdanken!âcite-ref-0-60-0[60] Lida Gustava Heymann bezeichnete sie in ihren Memoiren 1943 trotz der langjĂ€hrigen Entzweiung als âeine der bestorientierten und objektivsten Sachkennerinnenâ innerhalb der Sittlichkeitsbewegung.cite-ref-0-60-1[60]
Anna Pappritzâ Nachlass befindet sich im Helene-Lange-Archiv im Landesarchiv Berlin.cite-ref-61[61] 2019 entdeckte die Historikerin Bianca Walther im Nachlass von Marie-Elisabeth LĂŒders im Bundesarchiv das Tagebuch, das Anna Pappritz wĂ€hrend ihrer Indienreise schrieb.cite-ref-62[62] Walther gab 2020 eine Edition des Tagebuchs heraus.cite-ref-63[63]
Werke (Auswahl)
Belletristik
âą Aus den Bergen Tirols. 1893.
âą Vorurteile â ein Roman aus dem MĂ€rkischen Gesellschaftsleben. 1894.
âą Die Wahrheit. 1897.
âą Ein Enterbter. 1898.
Abolitionistische Schriften
⹠Das Reichsgesetz zur BekÀmpfung der Geschlechtskrankheiten vom Standpunkt der Frau. 1902.
âą Herrenmoral. Leipzig [ca. 1903]
âą Die wirtschaftlichen Ursachen der Prostitution. Berlin 1903
âą Die Welt, von der man nicht spricht. Aus den Papieren einer Polizeibeamtin bearbeitet. 1907.
âą Prostitution und Abolitionismus. 1917.
⹠Der MÀdchenhandel und seine BekÀmpfung. 1924.
âą Handbuch der amtlichen GefĂ€hrdetenfĂŒrsorge. 1924.
Tagebuch
âą Indisches Tagebuch. Eine Frauenrechtlerin reist nach Ceylon, Indien und Kairo. Herausgegeben und mit einer EinfĂŒhrung versehen von Bianca Walther, mit einem Vorwort von BĂ€rbel Kuhn und Kerstin Wolff (= SOFIE Schriftenreihe zur Geschlechterforschung, Bd. 24), Röhrig UniversitĂ€tsverlag, St. Ingbert 2020, ISBN 978-3-86110-750-7.
Literatur
Zeitgenössisch
âą Pappritz, Frl. Anna. In: Sophie Pataky (Hrsg.): Lexikon deutscher Frauen der Feder. Band 2. Verlag Carl Pataky, Berlin 1898, S. 115 f. (literature.at).
âą Franz BrĂŒmmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Reclam, Leipzig 1913, S. 226.
Nach Anna Pappritzâ Tod erschienen
âą Margit Göttert: âMir sind die frauenrechtlerischen Ideen direkt eingeboren.â Anna Pappritz (1861â1939). In: Ariadne. Nr. 28, November 1995, S. 50â55.
âą Heidi Koschwitz, Birgit Sauer: Pappritz, Anna. In: Hugo Maier (Hrsg.): Who is who der sozialen Arbeit. Freiburg 1998, S. 458â460.
âą Kirsten Reinert: Pappritz, Anna. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 20. Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-00201-6, S. 55â56 (deutsche-biographie.de).
âą Kerstin Wolff: Der siebzigste Geburtstag. Die Abolitionistin Anna Pappritz und der Kreis ihrer Gratulantinnen. In: Ariadne. Nr. 55, Mai 2009, S. 26â33.
âą Kerstin Wolff: Herrenmoral: Anna Pappritz and Abolitionism in Germany. In: Womenâs History Review. Vol. 17, 2. April 2008, S. 225â237.
âą Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3.
âą Bianca Walther: EinfĂŒhrung. In: Bianca Walther (Hrsg.): Anna Pappritz. Indisches Tagebuch. Eine Berliner Frauenrechtlerin reist nach Ceylon, Indien und Kairo, November 1912 â Februar 1913. Röhrig, St. Ingbert 2020, ISBN 978-3-86110-750-7, S. 11â63.
Weblinks
Commons
: Anna Pappritz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Anna Pappritz
â Quellen und Volltexte
âą Literatur von und ĂŒber Anna Pappritz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Nachlass Anna Pappritz im Meta-Katalog des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (mit Digitalisaten).
âą Dossier zur Indienreise der Anna Pappritz.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Margit Göttert: âMir sind die frauenrechtlerischen Ideen direkt eingeboren.â Anna Pappritz (1861â1939). In: Ariadne. Heft 28, 1995, S. 50â55; hier: S. 55.
cite-note-wolff-13-22. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 13â14, 18.
cite-note-33. â Margit Göttert: âMir sind die frauenrechtlerischen Ideen direkt eingeboren.â Anna Pappritz (1861â1939). In: Ariadne. Nr. 28, November 1995, S. 50â55, hier S. 51.
cite-note-wolff-29-44. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 29â31.
cite-note-wolff-37-55. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 37â47.
cite-note-66. â Anna Pappritz: Wie ich zu meiner Arbeit kam. Unveröffentlichtes Manuskript, Berlin 1908, Landesarchiv Berlin B Rep. B Rep. 235-13 MF-Nr. 3467-3470, online verfĂŒgbar hier, S. 23.
cite-note-wolff-48-77. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 48â52.
cite-note-wolff-61-88. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 61â67.
cite-note-wolff-77-99. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 77â80.
cite-note-1010. â Anna Pappritz: âWas HĂ€nschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehrâ. In: Die Frauenbewegung. Band 2, Nr. 22, 15. November 1896, S. 209â210.
cite-note-wolff-80-1111. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 80â82.
cite-note-wolff-9099-1212. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 90â99.
cite-note-wolff-100-1313. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 100â107.
cite-note-1414. â Anna Pappritz: Wie ich zu meiner Arbeit kam. Unveröffentlichtes Manuskript, Berlin 1908, Landesarchiv Berlin B Rep. B Rep. 235-13 MF-Nr. 3467-3470, online verfĂŒgbar hier, S. 20.
cite-note-wolff-107-1515. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 107â111.
cite-note-wolff-112-1616. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 112â122.
cite-note-wolff-133-1717. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 133â137.
cite-note-1818. â Ărztinnen im Kaiserreich. Abgerufen am 1. Dezember 2025.
cite-note-wolff-208-1919. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 208.
cite-note-wolff-123-2020. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 123â124.
cite-note-2121. â Bianca Walther: Die Busch aus der DerfflingerstraĂe. Margarete Friedenthal (1871â1957). In: Homepage Bianca Walther. 26. November 2019, abgerufen am 25. April 2021 (deutsch).
cite-note-2222. â Bianca Walther: EinfĂŒhrung. In: Bianca Walther (Hrsg.): Anna Pappritz. Indisches Tagebuch. Eine Berliner Frauenrechtlerin reist nach Ceylon, Indien und Kairo, November 1912 â Februar 1913. Röhrig, St. Ingbert 2020, ISBN 978-3-86110-750-7, S. 20â27.
cite-note-wolff-194-2323. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 194.
cite-note-2424. â Bianca Walther: EinfĂŒhrung. In: Bianca Walther (Hrsg.): Anna Pappritz. Indisches Tagebuch. Eine Berliner Frauenrechtlerin reist nach Ceylon, Indien und Kairo, November 1912 â Februar 1913. Röhrig, St. Ingbert 2020, ISBN 978-3-86110-750-7, S. 20â27, S. 28.
cite-note-wolff-181-2525. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 181â182.
cite-note-wolff-204-2626. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 204.
cite-note-wolff-219-2727. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 219â230.
cite-note-2828. â Bianca Walther: EinfĂŒhrung. In: Bianca Walther (Hrsg.): Anna Pappritz. Indisches Tagebuch. Eine Berliner Frauenrechtlerin reist nach Ceylon, Indien und Kairo, November 1912 â Februar 1913. Röhrig, St. Ingbert 2020, ISBN 978-3-86110-750-7, S. 29â33.
cite-note-2929. â Bianca Walther: EinfĂŒhrung. In: Bianca Walther (Hrsg.): Anna Pappritz. Indisches Tagebuch. Eine Berliner Frauenrechtlerin reist nach Ceylon, Indien und Kairo, November 1912 â Februar 1913. Röhrig, St. Ingbert 2020, ISBN 978-3-86110-750-7, S. 29 ff.
cite-note-3030. â Bianca Walther: EinfĂŒhrung. In: Bianca Walther (Hrsg.): Anna Pappritz. Indisches Tagebuch. Eine Berliner Frauenrechtlerin reist nach Ceylon, Indien und Kairo, November 1912 â Februar 1913. Röhrig, St. Ingbert 2020, ISBN 978-3-86110-750-7, S. 18, 35, 39.
cite-note-wolff-261-3131. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 261â264.
cite-note-wolff-295-3232. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 295.
cite-note-wolff-281-3333. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 281â282.
cite-note-wolff-311-3434. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 311â313.
cite-note-wolff-302-3535. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 302â310.
cite-note-3636. â Anna Pappritz: Frau Katharina Scheven â . In: Der Abolitionist. Nr. 4, 1922, S. 25â26.
cite-note-wolff-313-3737. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 313â323.
cite-note-3838. â Kerstin Wolff: Der siebzigste Geburtstag. Die Abolitionistin Anna Pappritz und der Kreis ihrer Gratulantinnen. In: Ariadne. Nr. 55, Mai 2009, S. 26â33.
cite-note-3939. â Anna Pappritz; Mittermaier, Wolfgang: AbschiedsgruĂ an die Leser des Abolitionist. In: Der Abolitionist. Band 32, Nr. 6, 1933, S. 82.
cite-note-4040. â Heymann lebte seit 1933 mit ihrer LebensgefĂ€hrtin Anita Augspurg im Exil.
cite-note-4141. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz. 2017, S. 356; vgl. auch Angelika Schaser: Helene Lange und Gertrud BĂ€umer. 2010, S. 304f.
cite-note-wolff-335-4242. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 335.
cite-note-4343. â Angelika_Schaser: Helene Lange und Gertrud BĂ€umer. Eine politische Lebensgemeinschaft. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Köln u. a. 2010, ISBN 978-3-412-09100-2, S. 304.
cite-note-wolff-332-4444. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 332.
cite-note-wolff-357-4545. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 357.
cite-note-4646. â Vgl. z. B. Anna Pappritz: Herrenmoral. 3. Auflage. Leipzig 1903, S. 7ff.
cite-note-4747. â Anna Pappritz: EinfĂŒhrung in das Studium der Prostitutionsfrage. Berlin 1919.
cite-note-wolff-339-4848. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 339.
cite-note-4949. â Anna Pappritz: Die wirtschaftlichen Ursachen der Prostitution. Berlin 1903.
cite-note-5050. â Anna Pappritz: Die Welt von der man nicht spricht. Aus den Papieren einer Polizei-Beamtin. Leipzig 1908.
cite-note-wolff-304-5151. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 304.
cite-note-wolff-351-5252. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 351.
cite-note-5353. â Susanne Omran: Frauenbewegung und Judenfrage. Diskurse um Rasse und Geschlecht nach 1900. Frankfurt am Main 2000, S. 154.
cite-note-5454. â Malte König: Der Staat als ZuhĂ€lter. Die Abschaffung der reglementierten Prostitution in Deutschland, Frankreich und Italien im 20. Jahrhundert. Berlin/Boston 2016, S. 350.
cite-note-wolff-336-5555. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 336â338.
cite-note-5656. â Anna Pappritz und andere: Antisemitismus und Abwehr. Geleitworte zum vierzigjĂ€hrigen Bestehen des Abwehrvereins. In: AbwehrblĂ€tter. Band 41, 1931, S. 12â54, 41 (digitale-sammlungen.de).
cite-note-5757. â Zu den zurĂŒckgetretenen Vorstandsmitgliedern gehörte auch Margarete Friedenthal, die aufgrund ihrer jĂŒdischen Vorfahren zu den âNichtarierinnenâ zĂ€hlte.
cite-note-wolff-331-5858. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 331.
cite-note-wolff-359-5959. â Kerstin Wolff: Anna Pappritz 1861â1939. Die Rittergutstochter und die Prostitution. Helmer, Sulzbach/Taunus 2017, ISBN 978-3-89741-399-3, S. 359â361.
cite-note-0-6060. â Margit Göttert: âMir sind die frauenrechtlerischen Ideen direkt eingeboren.â Anna Pappritz (1861â1939). In: Ariadne. Nr. 28, November 1995, S. 50â55, 50.
cite-note-6161. â Heidi Koschwitz, Birgit Sauer: Pappritz, Anna. In: Hugo Maier (Hrsg.): Who is who der sozialen Arbeit. Freiburg 1998, S. 458â460.
cite-note-6262. â Bianca Walther: Dossier Anna Pappritz: Ein Reisetagebuch taucht auf. In: Homepage Bianca Walther. 7. Juni 2020, abgerufen am 18. April 2021 (deutsch).
cite-note-6363. â Anna Pappritz: Indisches Tagebuch. Eine Berliner Frauenrechtlerin reist nach Ceylon, Indien und Kairo, November 1912 â Februar 1913. Hrsg.: Bianca Walther. Röhrig, St. Ingbert 2020, ISBN 978-3-86110-750-7.